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Beikostplan: So gewöhnst du dein Baby an Beikost

In den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch die optimale Nahrung für dein Baby: Es wird mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt und in den meisten Fällen gut gesättigt. Doch spätestens wenn dein Baby immer mehr Interesse an fester Nahrung zeigt, wird es Zeit über Beikost nachzudenken. Wann und wie du am besten mit der Beikosteinführung beginnst, ob du einen Beikostplan brauchst, welche Methoden es gibt und was es dabei zu beachten gibt, erfährst du in meinem Ratgeber zum entspannten Start in die Beikost.

Ab wann kann ich meinem Baby Beikost geben?

Für die Einführung der Beikost gibt es nur eine Regel, die du auf jeden Fall beachten solltest: Auf keinen Fall vor der 17. Lebenswoche starten! Erst dann ist der Darm deines Babys weit genug entwickelt, um langsam mit der Verdauung fester Nahrung zu beginnen. Alles weitere richtet sich individuell nach der persönlichen Entwicklung deines Babys.

Ab wann kann mein Baby Beikost essen?Die nationale Stillkomission und Kinderärzte empfehlen, in den ersten fünf bis sechs Lebensmonaten ausschließlich zu Stillen und dies auch während der Beikosteinführung weiterhin zu tun. So kann sich der Organismus deines Babys besser an die neue Nahrung gewöhnen und es kommt seltener zu Unverträglichkeiten. Neben diesen Empfehlungen solltest du natürlich auf die Signale deines Babys achten, denn wie bei allen Entwicklungs-Meilensteinen gibt dein Baby auch bei der Einführung von Beikost sein eigenes Tempo vor: Während viele Babys mit sechs Monaten bereits großes Interesse an fester Nahrung zeigen und zum Beispiel beginnen, nach deinem Essen zu greifen, sind andere Babys weiterhin zufrieden mit der Muttermilch oder der Milchnahrung.

Checkliste: Wie erkenne ich, dass mein Baby bereit für Beikost ist?

Etwa mit einem halben Jahr zeigen viele Babys, dass sie für den Beikoststart bereit sind. Diese Signale sind ein Hinweis, dass es auch bei deinem Baby soweit ist:

  • Dein Baby beobachtet dich und andere aufmerksam beim Essen und versucht, danach zu greifen.
  • Mit etwas Hilfe kann dein Baby aufrecht sitzen.
  • Der Zungenstoßreflex lässt nach: Feste Nahrung oder Löffel werden nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund geschoben.
  • Dein Baby verlangt häufiger nach Milch und du hast das Gefühl, dass es allein durch die Milch nicht mehr satt wird.
  • Nahrung wird in die Hand genommen und zum Mund geführt.

Um sicher zu gehen, dass mein Sohn bereit für feste Nahrung war, habe ich vor der Einführung der Beikost mit meiner Hebamme gesprochen. Das gab mir Sicherheit für einen entspannten Umgang mit der neuen Situation. Auch dein Kinderarzt wird dir zum Thema Beikost mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 Kleiner Tipp von Mama zu Mama: Gerade im ersten Lebensjahr deines Babys gibt es viele sensible Themen (wie zum Beispiel das Stillen, Tragen oder Schlafen im Familienbett) zu denen es unterschiedliche Meinungen gibt – und fast genauso viele Leute, die dir ihre Meinung zum Thema Beikostplan als einzig Richtige verkaufen wollen ;). Lasse dich auch beim Thema Beikost nicht davon verunsichern. Du kennst dein Baby am besten und weißt, womit es sich wohlfühlt. Und wenn es mit sechs Monaten keine Lust auf Beikost hat, dann ist das so. Gebe deinem Baby so viel Zeit, wie es braucht.

Welche Lebensmittel eignen sich als erste Beikost?

Wenn du das Gefühl hast, dass dein Baby für den Beikoststart bereit ist, bleibt die Frage: „Was darf mein Baby schon essen?“. Auch hier gibt es ein paar grundsätzliche Regeln und Empfehlungen:

Ab dem sechsten Monat: gekochtes Gemüse, Obst, Kartoffeln, Getreide, Fleisch

Ab dem achten Monat: zusätzlich Brot, gekochte Kartoffeln oder Gemüsestücke zum Mit-der-Hand-essen anbieten

Ab dem ersten Geburtstag: Ab jetzt darf dein Baby alles essen, was auf den Familientisch kommt. Auch Honig, Milch und leichte gewürzte Speisen, die vorher nicht empfohlen werden, kannst du ihm jetzt anbieten.

Getränke: Damit dein Baby weiterhin genügend Flüssigkeit zu sich nimmt, solltest du die Beikostmahlzeiten durch Muttermilch, Milchnahrung, ungesüßte Tees und stilles Wasser ergänzen.

151119_beikostNeben diesen Empfehlungen gibt es zwei ganz unterschiedliche Konzepte zur Einführung von Beikost. Während die einen auf den klassischen Beikostplan mit einer bestimmten Reihenfolge von Getreide-, Gemüse-, Fleisch- und Obstbreien schwören, werden seit einiger Zeit Breifrei-Methoden und das „baby-led weaning“ (frei übersetzt: Das vom Baby bestimmte Abstillen) zur Gewöhnung an die Beikost diskutiert. Wie eine Beikosteinführung ganz ohne Brei im Vergleich zum Beikostplan aussehen kann und welche Vor- und Nachteile es bei beiden Varianten gibt, erkläre ich dir jetzt.

Beikostplan oder breifrei?

Mit einem Beikostplan gewöhnst du dein Baby schrittweise an neue Lebensmittel. Da diese Pläne meist vorsehen, direkt im fünften Monat – also sobald dein Baby feste Nahrung verdauen kann – mit der Beikost zu beginnen, werden die Lebensmittel zunächst fein püriert. Zu Anfang wird empfohlen, eine Milch-Mahlzeit durch einen Gemüsebrei zu ersetzen oder zu ergänzen und dies langsam zu steigern, bis dein Baby am ersten Geburtstag bereit für die normale Familienkost ist. Ein Beikostplan ab dem fünften Monat könnte zum Beispiel so aussehen:

Beikoststart mit Brei

Beikostplan: Ab dem fünften bis siebten Monat

Sehr fein püriertes Gemüse wird in fast allen Beikostplänen als erster, gut verträglicher Brei angeboten.

  • Gib deinem Baby als Mittagsmahlzeit einige Löffel fein püriertes Gemüse, zum Beispiel Pastinaken, Karotten oder Zucchini und anschließend Milch bis es satt ist.
  • Bleibe zunächst bei immer nur einer Sorte Gemüse – so siehst du, was dein Baby gut verträgt – und steigere die Menge langsam auf 100g.
  • Wenn dein Baby das Gemüse gut verträgt und sich nach ungefähr einer Woche daran gewöhnt hat, kannst du den Brei um eine gegarte Kartoffel und 1 EL Beikostöl (z.B. Rapsöl) ergänzen. Wird auch dieser gerne gegessen und gut vertragen, kannst du als nächstes etwa 30g mageres Fleisch als weitere Zutat einführen.
  • Am Ende des ersten Monats der Beikosteinführung, sollte eine Milchmahlzeit komplett durch Beikost ersetzt sein.

Ob du den Brei selbst kochst und pürierst oder fertige Gläschen kaufst, bleibt natürlich dir überlassen. Achte bei gekauftem Brei darauf, dass du nicht zu viele unterschiedliche Nahrungsmittel auf einmal einführst, indem du die Zutatenliste auf den Gläschen genau unter die Lupe nimmst.

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Beikostplan: Ab dem sechsten bis achten Monat

Die Mittagsmahlzeit ist nun durch einen Gemüse-Fleisch-Brei ersetzt und du kannst beginnen, eine weitere Mahlzeit durch einen neuen Brei zu tauschen. Als zweiter Brei wird meist ein sättigender Milch-Getreide-Brei am späten Nachmittag oder als Abendmahlzeit empfohlen. Auf Kuhmilch sollte dabei im ersten Lebensjahr verzichtet werden!

  • Zur Zubereitung von Milch-Getreide-Brei gibt unterschiedliche Getreideflocken (zum Beispiel Hirse, Hafer, Dinkel etc.), die sich mit Milchnahrung zu einem feinen Brei verrühren lassen. Biete auch hier zunächst eine Sorte an und schaue, ob dein Baby es gut verträgt.
  • Den Milch-Getreide-Brei kannst du durch püriertes Obst ergänzen, wenn dein Baby dieses bereits kennengelernt hat und gut verträgt.

Beikostplan: Ab dem siebten bis neunten Monat

Als dritten Brei kannst du deinem Baby, etwa einem Monat nach Einführung des zweiten Breis, einen Getreide-Obst-Brei anbieten und damit eine weitere Mahlzeit ersetzen.

  • Getreideflocken hierzu mit kochendem Wasser anrühren oder aufkochen und quellen lassen und anschließend mit püriertem Obst und etwas Öl vermischen.
  • Vorzugsweise verwendest du Vollkorngetreide und saisonales Obst.

Für viele Familien ist ein solcher Beikostplan, der natürlich auf die individuellen Bedürfnisse deines Babys angepasst werden kann, eine gute Methode, um das Baby schonend an Beikost und unterschiedliche Lebensmittel zu gewöhnen. Die geplante Gewöhnung gibt Sicherheit, da du immer genau im Blick hast, was dein Baby gerade isst und mögliche Unverträglichkeiten sofort erkennen kannst. Du musst im Fall der Fälle nicht rätseln, an welchem Lebensmittel es liegen könnte.

Allerdings werden Babys durch die unterschiedlichen Breie nach der Muttermilch oder Milchnahrung an eine weitere Form der Babynahrung gewöhnt. Bedeutet: Sie müssen dann in einem weiteren Schritt an die Familienkost herangeführt werden. Eine Alternative, die ganz ohne Brei und andere speziell für dein Baby zubereitete Mahlzeiten auskommt, ist das sogenannte baby-led weaning.

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Breifrei in die Beikost: baby-led weaning

Beim baby-led weaning bestimmt dein Baby nicht nur den Zeitpunkt, sondern auch die Art der Beikost selbst. Um diese Art der Beikostgewöhnung zu fördern, sollte dein Baby möglichst immer am Familientisch dabei sein und sehen, was ihr esst. Das wird nach und nach sein natürliches Interesse an fester Nahrung wecken. Entsprechend seiner körperlichen und motorischen Entwicklung wird dein Baby dieses Interesse zeigen und ganz von selbst versuchen, nach den ersten Nahrungsmitteln zu greifen. Biete deinem Baby in dieser Situation etwas von deinem Essen in mundgerechten Portionen an: Das kann zum Beispiel ein Teller mit gekochten Kartoffeln, Gemüse, einzelnen Nudeln, Brotstücken oder geschnittenem Obst sein – je nachdem, was auch bei den „Großen“ auf den Tisch kommt. So kann dein Baby selbst wählen, was es probieren möchte und nach Lust und Laune zugreifen. Praktischerweise wird dein Baby dabei genau das wählen, was seinen Körper mit den nötigen Nährstoffen versorgt, die zusätzlich zur Muttermilch nötig sind. Von Geburt an wird unser Appetit genauso geregelt – wenn wir auf unseren Körper hören, signalisiert er uns, was er braucht. Vielleicht kennst du von dir selbst, dass du beispielsweise im Winter großen Appetit auf Orangen oder andere Früchte mit einem hohen Vitamin-C-Gehalt hast. Dein Baby wird sich also ganz intuitiv mit den wichtigen Nährstoffen versorgen und ganz nebenbei seinen eigenen Geschmack und ein positives Verhältnis zum Essen entwickeln. Mir hat an dieser Methode außerdem besonders gut gefallen, dass wir so ab Beginn der Beikost gemeinsame Mahlzeiten als Familie einnehmen konnten, ohne dass Mama oder Papa mit der „Fütterung“ des Babys beschäftigt waren.

Beikost selber essenEin weiterer Vorteil an dieser selbstbestimmten Methode der Beikosteinführung ist die positive Auswirkung auf die motorischen Fähigkeiten deines Kindes. Viele Babys haben große Freude daran, selbst zuzugreifen und sich das Essen selbst in den Mund zu stecken. Je weiter die Feinmotorik entwickelt ist, desto kleiner werden die Stückchen, die dein Kind greifen kann. Und auch hier verläuft wieder alles ganz intuitiv und natürlich: Beherrscht dein Baby den Pinzettengriff, mit dem es kleine Stückchen greifen kann, ist es auch in der Lage, diese zu essen, ohne sich dabei zu verschlucken. Natürlich solltest du trotzdem immer dabei sein, wenn dein Baby isst und darauf achten, dass es nicht im Liegen isst.

Für meinen Sohn und mich war das baby-led weaning die richtige Methode zur Gewöhnung an die Beikost, obwohl ich das ganze nicht so streng gesehen habe und auch ab und zu aus Bequemlichkeit auf püriertes Obst für unterwegs zurückgegriffen habe. Was für euch die beste Methode ist, musst du gemeinsam mit deinem Baby herausfinden und dabei unbedingt auf dein Bauchgefühl und die Signale deines Babys hören. Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim gemeinsamen Essen und einen entspannten Beikoststart!

Über unsere Autorin Marisa

Ich bin Marisa, 26 und Mama eines 4-jährigen Jungen. Mit Reiswaffelkrümeln, der Suche nach den schönsten Spielplätzen und allem, was sonst so im Alltag mit Baby und Kleinkind los ist, kenne ich mich bestens aus. Und da mit Kind kein Tag ist, wie der andere und man als Mama ständig dazulernt, werde ich alle Tipps und Tricks mit euch teilen!

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