Allgemein, Baby, Ratgeber, Tipps keine Kommentare

Baby-Blues bei Vätern

Es ist bekannt, dass sich einige Frauen nach der Geburt ihres Babys plötzlich niedergeschlagen fühlen. Als Ursache für den sogenannten „Baby-“ oder „Wochenbett-Blues“  ist der eintretende Hormonabfall. Doch dass der Baby-Blues auch bei Männern auftreten kann, weiß kaum jemand – und seine männliche Form ist auch leider viel zu wenig erforscht. Dabei sind mehr Männer betroffen als gedacht. Ich erkläre dir, wie man den Baby-Blues bei Männern erkennt und was man(n) dagegen tun kann.

Jeder zehnte Vater erlebt den Baby-Blues

Für Männer ändert sich nach der Geburt zwar weder hormonell etwas, noch haben sie mit einer durch die Schwangerschaft und den Geburtsprozess verursachten körperlichen Erschöpfung zu kämpfen. Dennoch ist für einige Väter die Zeit nach der Geburt sehr schwierig und sie laufen Gefahr, einer Depression zu verfallen. Die entscheidende Frage lautet zunächst: Handelt es sich um den typischen Baby-Blues oder um eine ernstzunehmende Wochenbettdepression (auch: postpartale/postnatale Depression)?

Typische Baby-Blues-Symptome:

  • Angst vor der neuen Rolle als Vater
  • Schlafmangel
  • Verlust von Freiheit
  • Angst vor der großen Verantwortung
  • Finanzielle Ängste
  • Antriebslosigkeit
  • Grundlose Schuldgefühle

Eine weitere nicht zu unterschätzende Ursache ist das Gefühl des Mannes, nicht mehr wichtig zu sein. Durch das gemeinsame Baby steht er in der Beziehung nicht mehr im Mittelpunkt und die Aufmerksamkeit der Frau ist meist auf das Baby gerichtet. Der Vater hat oft schlichtweg das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Hinzukommt, dass (zumindest gefühlt) ausschließlich das Baby Wärme und Zärtlichkeiten seiner Mutter genießt. Der Mann fühlt sich nur noch als Randfigur. Manch ein Vater entwickelt daher eine Art Eifersucht auf das Baby. Er wünscht sich einfach nur noch die Frau zurück, die er vor der Geburt hatte. Viele Männer flüchten sich dann zunehmend in ihren Job. Der Abstand zur eigenen Familie wird so immer größer und es wird schwierig für den Mann, eine emotionale Bindung zum Kind aufzubauen.

Es kann auch vorkommen, dass neue Väter äußerst ernstzunehmende Depressionen bekommen, die über den Baby-Blues hinausgehen (postnatale Depression). Wenn der Mann über Wochen hinweg unter Müdigkeit und Angstzuständen leidet, sich von Familie und Freunden zurückzieht oder eine gewisse Antriebslosigkeit entwickelt, dann sollte er auf jeden Fall mit seinem Arzt oder seiner Ärztin sprechen. Eine Depression muss in jedem Fall professionell behandelt werden! Bei schwereren Fällen wird kurzfristig eine Behandlung mit Medikamenten eingesetzt (Antidepressiva) und/oder ein Klinikaufenthalt angeordnet. Wird eine Depression nicht behandelt, wirkt sich dies früher oder später auf die Entwicklung der Kinder aus. Kinder mit einem depressiven Elternteil zeigen im Durchschnitt eine geringere Sozialkompetenz und häufiger Verhaltensauffälligkeiten. Im erwachsenen Alter besteht eine erhöhte Gefahr, dass sie selbst depressiv werden.

Was hilft gegen den Baby-Blues?

Baby und Mann

Es ist wichtig, dass der frischgebackene Vater zunächst eine enge Beziehung zu seinem Baby aufbaut und auf das Neugeborene zugeht. Er sollte in seiner freien Zeit so gut es geht die Nähe seines Kindes aufsuchen, indem er mit ihm spricht, es im Arm hält und kuschelt, mit ihm badet oder ihm etwas vorsingt. Das erste bewusste Lächeln des Kindes kann Wunder bewirken und die anderen Probleme vergessen lassen.

Wichtig ist zudem: reden, reden, reden. Männer neigen dazu, Probleme mit sich selbst auszumachen. Das darf nicht passieren, denn je mehr sie die Probleme in sich hineinfressen, umso größer wird der psychische Stress. Männer brauchen in dieser schwierigen Zeit vor allem die Unterstützung ihrer Partnerin. Es ist wichtig, Zeit für einige gemeinsame Stunden zu zweit einzuräumen – Freunde oder Familien passen sicherlich auch gerne mal auf das Baby auf. In der gemeinsamen „freien“ Zeit ist es wichtig, über Probleme offen und ehrlich zu sprechen. Für Vorwürfe ist hier kein Platz. In dieser schwierigen Zeit ist nicht zu vergessen, dass der Mann eine extra Ladung Aufmerksamkeit und Zuwendung braucht.

Wenn ihr das Gefühl habt, ihr schafft es nicht alleine, scheut euch nicht, euch Hilfe von einem Experten zu suchen. Ich habe zwei Anlaufstellen zusammengetragen, bei denen ihr euch beruhigt in einfühlsame Hände begeben könnt:

Über unsere Autorin Isabelle

Ich bin Isabelle, 27 und unsterblich in die beiden Kinder meiner Schwägerin verliebt. Da sie um die Ecke wohnen, versuche ich soviel Zeit wie möglich mit ihnen zu verbringen. Ich weiß, um die Bedeutung des richtigen Kuscheltiers, das Schlaf durchaus nicht unterschätzt werden darf und wie wichtig es ist, einen flauschigen Teppich zu haben, wenn die Kleinen nicht das kriegen was sie wollen und sich gerne mal auf den Boden werfen. Meine Erfahrung mit den kleinen Rackern möchte ich hier gerne mit euch teilen und wichtige Tipps an euch weitergeben.

keine Kommentare

Hinterlasse eine Nachricht