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Homöopathie für Kinder – Ein kleiner Ratgeber

Zugegeben, bevor ich Kinder hatte, habe ich die Homöopathie eher belächelt. Mit der Geburt meiner ersten Tochter und dem Zusammenkommen in Krabbelgruppen prasselten dann aber alle möglichen Begriffe aus der Welt der Homöopathie auf mich ein und ich fing an, mich ernsthaft mit diesem Thema zu befassen. Von Schüssler Salzen über Wege mein Baby von Bauchscherzen zu befreien bis hin zu diversen Globuli (so heißen die homöopathischen „Medikamente“) für jedes erdenkliche Wehwehchen. Das Universum der Globuli für Kinder und Erwachsene erscheint grenzenlos. Damit du in diesen unendlichen Weiten nicht verloren gehst, haben wir von Babyplaces einen kleinen Ratgeber erstellt. Er zeigt dir, welche Nutzen homöopathische Mittel für dein Kind haben können und welche Einsatzmöglichkeiten es gibt.

Was ist Homöopathie?

Homöopathie für KinderDas Wort Homöopathie stammt aus dem Griechischen. „Homoios“ steht für „ähnlich“, „pathos“ bedeutet „Leiden“. Bereits 360 v. Chr. hatte der Arzt Hippokrates erkannt, dass Beschwerden mit Ähnlichem behandelt werden können. Der deutsche Arzt Samuel Hahnemann hat diesen Ansatz weiter verfolgt und in den 1790er Jahren die Homöopathie begründet. Sie beruht auf dem Ähnlichkeitsprinzip: Eine Krankheit wird mit einem Mittel geheilt, das bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome wie die Krankheit erzeugen würde.

Wirkung und Risiken von Homöopathie

Homöopathische Mittel werden durch die so genannte „Potenzierung“ hergestellt. Das Prinzip: Wirkstoffe, die pur giftig sind, werden so verdünnt, dass sie kein Gesundheitsrisiko mehr darstellen. Die Form der Potenzierung wird meist als „D“ bezeichnet, was „Dezimalskala“ bedeutet. Eine D1-Potenz wird aus einem Tropfen der Urtinktur und neun Tropfen Alkohol gemischt, also im Verhältnis 1:10. Eine D2-Potenz besteht aus einem Tropfen einer D1-Potenz und neun Tropfen Alkohol, entspricht somit einem Mischverhältnis von 1:100…und so geht es immer weiter. Eine D1-Potenz ist also „stärker“ als eine D12-Potenz. Bis zur D3-Potenz muss das homöopathische Mittel aufgrund seiner Stärke verschrieben werden.

Die homöopathischen Mittel sind ab der D4-Potenz bei sorgfältigem Einsatz frei von Nebenwirkungen. Allerdings sollte die richtige Darreichungsform gewählt werden:

  • Die homöopathischen Tropfen bestehen zu einem Großteil aus Alkohol; Kinder, Schwangere und Alkoholiker sollten diese also nicht nehmen.
  • Tabletten bestehen aus Milchzucker, daher sollten Menschen mit Laktose-Intoleranz sie nicht einnehmen.

Homöopathie für Kinder

Diese 5 Mittel dürfen in keiner homöopathischen Hausapotheke für Kinder fehlen

Wir haben für dich die TOP 5 der wichtigsten Mittel zusammengestellt, die in deiner homöopathischen Hausapotheke für Kinder nicht fehlen sollten. Verschiedene Hersteller haben auch mehrere homöopathische Wirkstoffe in einem Präparat zusammengefasst, so dass sich mehrere Beschwerden mit einem Mittel behandeln lassen. Welches Mittel du deinem Kind in welcher Potenz geben solltest, kann dir ein Fachkundiger am besten sagen.

  1. Calendula (officinalis), die Ringelblume, ist ein bewährtes Mittel bei leichten Verletzungen. Von Schürfwunden über einen wunden Po bei deinem Baby oder Kleinkind oder einem Dammriss nach der Geburt bis hin zu Geschwüren kannst du es sehr vielfältig einsetzen: Nach einem Dammriss wird deine Wunde beispielsweise mit Calendula als Tinktur (verdünnt) abgetupft. Hat dein Baby einen wunden Po, kannst du Calendula hingegen als Salbe verwenden.
  2. Carum Carvi (Kümmel) kannst du deinem Baby zum Beispiel in Form von Zäpfchen geben, wenn es unter Bauchschmerzen, Blähungen oder gar den Dreimonatskoliken leidet.
  3. Arnica gehört in jede homöopathische Taschenapotheke für Kinder. Die Pflanze Bergwohlverleih wirkt blutstillend und fördert die Wundheilung. Arnica kannst du deinem Kind geben, um Prellungen zu mindern, bei Blutungen, Muskelschmerzen, Überanstrengung oder auch bei Verbrennungen durch Sonnenbrand. Arnica wird überwiegend als Globuli verabreicht.
  4. Ferrum Phosphoricum – phosphorsaures Eisen – wirkt insbesondere Entzündungshemmend. Verabreiche es deinem Kind beispielsweise, sobald erste Symptome einer Mittelohrentzündung oder Halsschmerzen auftreten.
  5. In der homöopathischen Hausapotheke für Kinder darf auch Nux Vomica, die Brechnuss, nicht fehlen. Dieses Mittel wird oft bei Kopfschmerzen, Stress oder auch Übelkeit und Erbrechen eingesetzt.

 Diese Übersicht ist natürlich keine komplette Liste aller empfehlenswerten Mittel, denn wie gesagt ist das Feld der Homöopathie sehr weit. Bitte denke daran: Eine Selbstbehandlung mit homöopathischen Mitteln sollte sehr gewissenhaft erfolgen, gib deinem Kind keine Globuli, nur weil deine Nachbarin genau diese für empfehlenswert erachtet. Die homöopathische Behandlung sollte genau auf dein Kind abgestimmt sein. Rat kannst du dir bei fachkundigen Apothekern holen. Wo du diese findest, erfährst du hier. Und sollte dein Kind ernsthaft erkranken, gehe unbedingt zum Arzt.

Wie der Einsatz von Homöopathie deinem Kind bei Schlafstörungen hilftHomöopathie für Kinder

Homöopathie kann auch eingesetzt werden, wenn dein Kind unter Schlafstörung leidet. Da es aber sehr viele verschiedene Formen von Schlaflosigkeit gibt, lässt sich nicht pauschal sagen, welches Mittel das richtige für dein Kind ist. Häufig tritt Schlaflosigkeit auch einfach auf, wenn dein Kind etwas Aufregendes oder Ungewöhnliches verarbeitet. Hier sind wir als Eltern gefordert und sollten nicht einfach irgendwelche Globuli geben in der Hoffnung, dass es schon wird. Leidet dein Kind unter einer dauerhaften Schlafstörung, empfehlen wir in jedem Fall den Gang zum Homöopathen für eine ganzheitliche Untersuchung deines Kindes. Er hat sicherlich den besten Rat. Es gibt verschiedene homöopathische Mittel, die deinem Kind helfen, entspannt einzuschlafen. Hier sind zwei Tipps, die sich nach unserer Erfahrung besonders bewährt haben.

Chamomilla (Echte Kamille): Schreit dein Kind in der Nacht viel, ist es dauerhaft angespannt, gereizt und verkrampft und lässt es sich nur durch Tragen beruhigen? Dann kann Chamomilla die richtige Wahl sein. Dieses Mittel wird übrigens häufig auch beim Zahnen eingesetzt.

Phosphorus (Phosphor): Dies kann das richtige homöopathische Mittel sein, wenn dein Kind Angstzustände im Dunkeln hat, nicht allein sein mag und sich nur durch Händchenhalten beruhigen lässt.

Wie Homöopathie bei Kindern gegen Erkältung und Fieber hilft

Ferrum Phosphoricum (phosphorsaures Eisen): Hat dein Kind eine beginnende Erkältung, wird Ferrum Phosphoricum als DAS homöopathische Mittel empfohlen.

Belladonna (Tollkirsche): Belladonna ist im Anfangsstadium fieberhafter Erkrankungen empfehlenswert, bei denen schlagartig Erkältungssymptome und Fieber auftreten.

Wie du Schnupfen bei deinem Kind homöopathisch behandelst

Es gibt viele verschiedene Formen von Schnupfen bei Baby und Kind, die jeweils unterschiedlich behandelt werden. Je nachdem, ob eher flüssiges Nasensekret, eine verstopfte Nase oder häufiges Niesen die Hauptbeschwerden sind.

Aconitum napellus (Echter Sturmhut): Bekommt dein Baby gerade einen Schnupfen, eventuell auch etwas Fieber dazu, solltest du ihm Aconitum geben. Dieses homöopathische Mittel ist besonders geeignet, wenn dein Nachwuchs ein durchsichtiges Nasensekret hat, das dünnflüssig ist und häufig niest. Wenn das Nasensekret deines Kindes zuerst klar, etwas später aber sehr verschleimt ist, sollte das Homöopathische Mittel Euphrasia helfen.

Kalium bichromium (Kaliumbichromat): Dieses homöopathische Mittel ist besonders geeignet, wenn der Schnupfen deines Kindes bereits vorangeschritten ist und das Nasensekret dickflüssig und gelb-grünlich ist.

Homöopathie bei Kindern

Diese homöopathischen Mittel helfen Deinem Kind bei einer Konzentrationsschwäche

Leidet dein Kind unter einer Konzentrationsschwäche, können dir die folgenden homöopathischen Mittel helfen. Auch hier gilt: Bei dauerhaften Problemen solltest du dir den Rat eines Experten holen.

Argentum Nitricum (Silbernitrat): Ist dein Kind nervös und zappelig und hat vor wichtigen Terminen wie dem Besuch beim Arzt oder einer Prüfung Angst? Dann eignet sich als homöopathische Mittel Argentum Nitricum. Es wird häufig auch bei Lampenfieber eingesetzt.

Gelsemium (Falscher Jasmin): Zittert dein Kind vor lauter Lampenfieber, hat es vor Angst Durchfall oder sogar einen Blackout? Dann kann Gelsemium Linderung bringen.

Silicea (Kieselsäure): Ist dein Kind sehr schüchtern, hat Angst vor Neuem oder vor spitzen Dingen wie Spritzen? Hier bietet sich das homöopathische Mittel Silicea an.

Du siehst: Das Feld der Homöopathie für Kinder ist groß. So groß, dass wir dir hier nur einen kleinen Einblick geben können. Erzähl uns doch, welche homöopathischen Mittel du bei bestimmten Beschwerden deines Kindes einsetzt. Schreib uns einfach an: laura@babyplaces.de. In der Kommentarfunktion unserer Plätze in der Babyplaces App kannst Du anderen Eltern auch gerne berichten, in welcher Apotheke die Beratung zum Thema Homöopathie für Kinder gut war und auch welcher Kinderarzt neben der klassischen Schulmedizin die homöopathische Behandlung empfiehlt. Wir freuen uns auf deine Erfahrungen!

6 Kommentare

Es ist wirklich traurig, dass solche Artikel nicht als Werbung gekennzeichnet werden. Mindestens genauso traurig ist, dass Sie hier billigend in Kauf nehmen, dass Eltern durch diesen Werbeartikel auf Ihrer Webseite derartig falsch informiert werden: Tatsächlich sind Homöopathika nachweislich* nicht über Placebo wirkende Zuckerkügelchen. Solche auch bei nicht harmlosen Erkrankungen ihrer Babys einzusetzen – wie hier empfohlen – ist alles andere als ungefährlich, weil eine echte Diagnose beim Kinderarzt und eine echte Behandlung unterbleibt.
Man fragt sich, ob Homöopathika genauso beliebt wären, würden Eltern nicht derart verantwortungslos falsch informiert.

(*Belegquelle: M. Anlauf, L. Hein, H.W. Hense, J. Köbberling, R. Lasek, R. Leidl: „Complementary and alternative drug therapy versus science-oriented medicine“ https://www.researchgate.net/publication/279966284_Complementary_and_alternative_drug_therapy_versus_science-oriented_medicine; Originalzitat: „Die Auswertung dieser Studien mit Methoden der evidenzbasierten Medizin, also durch Metaanalysen und systematische Reviews, ergab nach hoher internationaler Übereinstimmung, für Homöopathika keine der Placebogabe überlegene Wirksamkeit“)

Unfassbar für mich als ehemalige Homöopathin, dass es immer noch und immer wieder dies schändlichen Empfehlungen für Babys gibt – die ja nun entweder von selbst gesund werden und keiner Homöopathie bedürfen, oder die sich nicht wehren können, wenn man ihnen richtige Therapie vorenthält. Homöopathie wirkt nicht. Bei Babys nicht und auch sonst nicht. Schämen Sie sich, das hier mit Blümchen-Trara so unkritisch anzubieten! Die Zeit dafür ist echt vorbei.

Das verstehe ich jetzt nicht: Dem Rat der Nachbarin soll man nicht vertrauen, aber dem, was diese Seite erzählt? Gibt es hier eine Anamnese per Gedankenübertragung? Ich gehe dann doch lieber zu einem Arzt, der sich auf Medizin versteht statt auf Humbug.

Genau wegen solchen Humbugs haben wir u. a. auf Facebook die Seite „Susannchen braucht keine Globuli“ erstellt. https://www.facebook.com/susannchenbrauchtkeineglobuli/

Kinder sollen davor geschützt werden, von ihren uninformierten Eltern schon von Geburt an mit Globuli angefüttert zu werden. Entweder ist das Kind krank, dann braucht es vernünftige Medizin. Oder es ist eine Bagatellsache, dann braucht es nur ein bisschen Zuwendung und Ruhe zum Auskurieren. Inhaltsfreie Globuli braucht die Welt nicht – in keiner Lebensphase.

Informieren Sie sich darüber, was Sie hier vollmundig anpreisen. Als Plattform für werdende und junge Eltern haben Sie eine Verantwortung. Nehmen Sie diese wahr!

Ja, ich schließe mich den Vorschreibern an: Dieser Artikel sollte als Werbung gekennzeichnet werden. Was darin steht, hält keiner wissenschaftlichen Überprüfung stand, ist reine Propaganda für Homöopathie. Ich jedenfalls gebe meinen Kindern keine Globuli, warum, steht hier: http://www.mamaclever.de/2015/08/warum-ich-meinen-kindern-keine-globuli-gebe/

Vielen Dank für eure Kommentare! Eure Kritik zum Artikel nehmen wir gerne an. Wir sind uns bewusst, dass Homöopathie ein viel diskutiertes und vor allem polarisierendes Thema ist. Die Mama aus unserem Eltern-Redaktions-Team, die den Artikel verfasst hat, hat persönlich gute Erfahrungen mit homöopathischen Mitteln gemacht. Wir werden es im Artikel kenntlich machen, dass es sich dabei um persönliche Erfahrungen handelt und nochmals betonen, dass Globuli natürlich keines Falls den Gang zum Kinderarzt ersetzen sollen. Viele Grüße, Marisa von BabyPlaces

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